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TAGU Workshop: “Elite Dialogue II” In Dialog mit syrischen Akademikern und Studierenden

26.03.2019

Das Zentrum für Migrationsforschung der Türkisch-Deutschen Universität (TAGU) veranstaltete in gemeinsamer Kooperation mit dem Rat für Migranten Türkei (TMK) unter der Federführung des EU-HOPES-Projekts den Abschlussworkshop “Elite Dialogue II: Mit syrischen Akademikern und Studierenden gemeinsam in Dialog mit syrischen Flüchtlingen in der Türkei”. Die Veranstaltung fand am 18 März 2019 in den Räumlichkeiten der Türkisch-Deutschen Universität statt.

Der Workshop gliederte sich in zwei Teile. Nach den Grußworten im ersten Teil wurden die Ergebnisse der Forschung Elite Dialog vorgestellt. Im zweiten Teil gab es eine Diskussionsrunde, in der die syrischen Akademiker und Studierende sowie unterschiedliche Institutions- und Organisationsvertreter die Möglichkeit hatten, ihre Meinungen und Kritikpunkte mitzuteilen.

Die Vorträge wurden auf Türkisch, Arabisch und Englisch mit Simultanübersetzung gehalten.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit dem Grußwort von Rektor Prof. Dr. Halil Akkanat. Der Syrien-Krieg verursache größtes Flüchtlingsdrama der Welt, die Auswirkungen seien für die Türkei sowie die ganze Welt enorm, aber man dürfe nicht vergessen, dass am meisten die geflüchteten Menschen von dem Albtraum betroffen sind.

Die Erfahrungen mit Zwangsmigrationen in der Geschichte zeigen, dass der Großteil der Migranten nicht in ihre Heimat zurückkehren können. Nur mit diesem Bekenntnis könne eine gelungene Integrationspolitik entworfen und eine Lösung zur Bewältigung der Krise erzielt werden.
Einen praktischen Akzent setzte Herr Muhammed Fares, Kosmonaut und Flüchtling. Er teilte seine Fluchterfahrungen und beschrieb, wie Geflüchtete mit dem Verlust der Heimat umgehen und was es bedeute ein Flüchtling zu sein:  “Flüchtling sein bedeutet, ein Mensch, der alles verloren hat”. Um ein Flüchtling zu verstehen, müsse das Drama dieser Menschen gefühlt und gesehen werden. Weiter teilte er mit, dass leider viele syrische Akademiker, die als Integrationsvermittler sowie soziale Rollenmodelle für die syrischen Flüchtlinge dienen könnten, wegen finanziellen Schwierigkeiten die Türkei verlassen haben. Dieser Verlust müsse gestoppt werden, sonst werde er erhebliche Folgen für die türkische Gesellschaft und die syrischen Flüchtlinge in der Türkei haben.

Zur Rolle der Elite Dialog Forschung für die Integrationsdebatte der Türkei berichtete der Leiter des HOPES-Projekts Dr. Carsten Walbiner. Um Lösungen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise zu finden, müsse man die Notwendigkeiten und Bedürfnisse der Flüchtlinge genau bestimmen. Dies sei nur dann möglich, in dem man den direkten Kontakt zu diesen Menschen sucht und sie nach ihren Meinungen fragt, wie es im Projekt Elite Dialog vorbildlich praktiziert wurde.

 

Nach den Grußworten präsentierten Prof. Dr. M. Murat Erdogan, Leiter des Zentrums für Migrationsforschung (TAGU), Dr. Armağan Erdoğan, Leiterin des Zentrums für Hochschulforschung der Universität für Sozialwissenschaften Ankara und Dr. Başak Yavçan, stellvertretende Leiterin des Zentrums für Sozialpolitikforschung der TOBB-ETÜ die Ergebnisse des Elite-Dialog-Projekts.

Mit dem Forschungsprojekt zum Thema syrische Akademiker und Studierende in der Türkei, die als “Elite” oder “Qualifizierte” syrische Flüchtlinge bezeichnet werden können,  habe man wichtige statistische Befunde über ihre soziale Lage, Probleme, Zukunftsperspektiven und ihre Beziehung zur türkischen Gesellschaft gesammelt.

Das über fünfzehn Monate andauernde Projekt sei die bislang umfangreichste Forschungsarbeit zu diesem Thema, mit dem Ziel, die Integrationspolitik mit Einbeziehung der Flüchtlinge zu gestalten und auf die bedeutende Rolle der qualifizierten Syrern im Integrationsprozess aufmerksam zu machen.

Um diesem Ziel nachzugehen, hatten im zweiten Teil der Veranstaltung die syrischen Akademiker und Studierende der Türkisch-Deutschen Universität die Möglichkeit ihre Erfahrungen als Flüchtling in der Türkei mitzuteilen. Auch die Organisationsvertreter, die in unterschiedlichen Regionen der Türkei mit Flüchtlingen zusammenarbeiten, konnten ihre Praxiserfahrungen austauschen.